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Bundesobligationen

Bundesobligationen sind eine Möglichkeit des Staates, seine Verschuldung zu ermöglichen: Es handelt sich hierbei um Schuldverschreibungen, mit denen der Staat bei den Käufern der Bundesobligationen Geld aufnimmt, wobei er sich verpflichtet, dieses Geld den Anleihern zu einem festen Zinssatz zurückzubezahlen. Dieser Zinssatz wird als Nominalzins bezeichnet; er wird ungeachtet eventueller Währungsschwankungen garantiert.

Die in Deutschland herausgegebenen Bundesobligationen sind verzinsliche Wertpapiere, die damit im Grunde einem Staatsanteil eintsprechen. In diesem Sinne bürgt die gesamte Gesellschaft für den Wert dieser Papiere. Die Laufzeit der Bundesobligationen liegt bei fünf Jahren und damit niedriger als bei Bundeswertpapieren wie dem Bundesschatzbrief, der meist eine Laufzeit von sieben Jahren aufweist.

Die Verzinsung von Bundesobligationen und anderen Staatsanleihen ist in der Regel wesentlich höher als bei einem herkömmlichen Sparbuch. Die traumhaften Renditen, die man an der Börse oder im Immobilienhandel erzielen kann, sind zwar nicht zu erreichen, dafür gelten Bundesanleihen wie die Bundesobligationen allerdings auch als sicher. Da in Europa momentan nur eine geringe Verteuerungsrate vorherrscht, sind die Chancen gut, das angelegte Kapital auch im Sinne der Kaufkraft nach Ablauf der fünf Jahre erheblich vermehrt zu haben.
Die Sichherheit von Bundesobligationen findet ihren Niederschlag auch im deutschen Erbrecht: Minderjährige Erben müssen das geerbte Vermögen bis zum Erreichen der Volljährigkeit von einem bestellten Vormind verwalten lassen. Diesem ist es untersagt, das Erbe spekulativ anzulegen. Bundesanleihen wie Bundesobligationen oder Bundesschtzbriefe sind hiervon ausgenommen, da es als absolut sicher gilt, dass der Staat seinen Zahlungsverpflichtungen auch nach Ablauf der Anleihe nachkommen wird.

Ein Verlustrisiko für den Käufer von Bundesanleihen existiert nur dann, wenn er seine Anteilsscheine vorzeitig veräußern möchte oder muss oder wenn der Staat strukturell zusammenbricht: Der Erste Weltkrieg wurde von Deutschland und auch von seinen Gegnern im Wesentlichen durch Staats- oder Kriegsanleihen finanziert, die der Form nach heutigen Bundesobligationen durchaus ähnlich waren. Die Niederlage führte dazu, dass die Zeichner der Anleihen ihr Geld niemals zurück bekamen; letztlich führte eine Hyperinflation zu einer Enteignung der Bevölkerung.
Indes ist das Risiko eines Krieges in Deutschland und der EU mittlerweile fast nicht mehr vorhanden. Ein massiver Einbruch der Gemeinschaftswährung "Euro" scheint durch die zahlreichen Sicherungssysteme, die der Währung innewohnen, ebenfalls unwahrscheinlich, jedenfalls hat der Euro im Vergleich zu anderen großen Währungen auch die bisherigen Turbulenzen der jüngsten Wirtschafts- und Finanzkrise erstaunlich gut und stabil gemeistert und es ist zu erwarten, dass auch der mögliche Bankrott eines Mitgliedsstaates wie Griechenland die Sicherheit der Bundesobligationen Deutschlands nicht ernsthaft gefährden wird.

Die jeweils emittierte Serie von Bundesobligationen kann bei Banken und Sparkassen sowie bei der Deutschen Finanzagentur erworben werden. Eine Gebühr fällt hierbei nicht an, was Bundesobligationen noch attraktiver im Vergleich zu Geschäften mit Aktien oder Edelmetallen macht.
Bei der Erstausgabe können nur reale Personen oder kirchliche und gemeinnützige Einrichtungen Bundesobligationen erwerben, um ein übermäßiges Spekulieren auf den angeblichen Wert eines Staates zu unterbinden. Sobald die Bundesobligation an der Börse eingeführt ist, können auch alle anderen Organisationen oder Staaten sie erwerben.
Eine Serie von Bundesobligationen endet zumeist nach sechs Monaten, danach beginnt eine neue Serie und die geschlossene Serie wird nur noch an der Börse gehandelt.